Noch vor einem starken Jahr hätten Sie an dieser Stelle ein flammendes Plädoyer für den Einsatz von Flash zur Umsetzung typographisch anspruchsvoller Webprojekte gelesen ...

Bis vor einigen Monaten waren im Wesentlichen zwei Techniken verfügbar mit denen eine uneingeschränkte und genau definierte Typographie auch über das Internet eingesetzt werden konnten: Flash mit dem .swf Format und Adobes pdf-Format. Während pdf hauptsächlich dazu eingesetzt wird Printdokumente im Internet zu veröffentlichen, wird Flash auch dazu genutzt ganze Websites zu gestalten. Häufig werden aber auch nur bestimmte, vor allem animierte, Abschnitte einer Internetseite mit Flash realisiert. Aus rein typographischer Sicht, bleibt Flash die Nummer eins in der Schriftdarstellung im Web. Flash verfügt selbst über eine sog. Anti-aliasing Technik, die es ermöglicht, sehr genau festzulegen, wie die Schriftglättung am Bildschirm aussehen soll. Dieses Anti-aliasing funktioniert unabhängig von den Schriftglättungsfähigkeiten des Betriebssystems. Webfonts hingegen sind auf die Schriftglättungseigenschaften des jeweiligen Betriebssystems angewiesen und dies wirkt sich doch erheblich auf das typographische Ergebnis aus. Während das Apple Betriebssystem sehr gute Ergebnisse beim Einsatz von Webfonst liefert, erscheinen die Schriftränder unter Windows z. T. noch recht "zerfranst", die korrekte Darstellung von Strichstärken gelingt unter Windows auch noch nicht optimal.

Eine erweiterte Betrachtungsweise zeigt aber klare Vorteile beim Einsatz von standardkonformem HTML/CSS in der Kombination mit Webfonts. Die Einbindung von Webfonts in gängige Content-Management-Systeme (CMS) ist problemlos möglich und eröffnet damit all die segensreichen Möglichkeiten der Trennung von Layout und Inhalten. Redakteure können Texte auf der Website bearbeiten und veröffentlichen, ohne eine einzige Zeile Quelltext zu schreiben. Die Anbindung an Datenbanken via CMS erleichtert die Informationsverwaltung größerer Webauftritte ungemein. Auch wenn google inzwischen Flashinhalte indiziert, ist eine konsequente On-Page-Suchmaschinenoptimierung mittels HTML/CSS wesentlich effizienter. Last but not least ist die Einhaltung des Kriteriums "Barrierefreiheit" durch den Einsatz von Webfonts jederzeit gewährleistet.